Bericht unseres Kooperationspartners Kärntner Tageszeitung: Ob der VSV am Transfermarkt aktiv wird, soll sich laut Manager Joe Mion nächste Woche entscheiden.
,,Da werden wir uns zusammensetzen, das erste Saisondrittel analysieren und unsere Einnahmen hochrechnen. Agenten bieten uns ständig Cracks an, aber wir werden nicht aus der Hüfte schießen", so Mion. Auch wenn Mions Wort in Villach Gewicht hat, entscheidet das Triumvirat mit Präsident Gilbert Isep, Finanzchef Reinhard Grüner und Mion, wie es weiter geht.
Eine interessante Variante wäre die Rückkehr von Thomas Raffl, er könnte nach seiner Verletzung (siehe Interview) beim VSV Spielpraxis sammeln. ,,Wir müssen schauen, wie sich die Sache entwickelt. Ich könnte mich schon mit dem Gedanken anfreunden, dass er sich bei uns aufbaut, er ist ja noch ein junger Spieler, könnte dann wieder nach Schweden. Aber so wie ich Thomas kenne, wird er sich bei Lulea durchbeißen, er ist ein Superathlet", hat Mion Bedenken. Gestern flog Spielermanager Peter Kasper nach Lulea, um sich persönlich nach dem Wohlbefinden seines Klienten zu erkundigen.
In Tom Raffls Leben fehlt ein ganzer Tag
Kürzlich crashte Lulea-Legionär Thomas Raffl im Match gegen Timra gegen die Bande, der Villacher blieb minutenlang bewusstlos liegen, erlitt eine böse Gehirnerschütterung. Wies ihm geht, berichtet Thomas im KTZ-Interview.
VON ANDREAS JANDL | KTZ
Eishockey gilt als Sport für echte Männer dennoch stockte selbst hartgesottenen Kerlen der Atem, als der für Lulea in der schwedischen Elitserie tätige Ex-VSV-Stürmer Thomas Raffl vor drei Tagen minutenlang bewusstlos auf dem Eis lag. Was war geschehen? Bei einem Zweikampf krachte Tom erst mit dem Kinn gegen die Plexiglasbande, verlor dabei Bewusstsein und Helm, dann prallte er mit dem Kopf aufs Eis. Diagnose der Ärzte – schwere Gehirnerschütterung. Im KTZ-Interview spricht Raffl über den Unfall und den Weg zurück.
Thomas – die wichtigste Frage vorweg. Wie gehts?
Thomas Raffl: Ich habe permanent Kopfweh und Schwindelgefühle, verbringe viel Zeit im Bett. Schnelle Bewegungen sowie grelles Licht gilt es zu meiden. Sonst kann ich fast alles normal erledigen. Ich denke, ich hatte Glück, als ich das Video sah, wusste ich, dass ich einige Schutzengel hatte.
Kannst du dich an irgendetwas erinnern?
Raffl: Ich weiß nichts mehr, der ganz Tag, sogar das Frühstück, alles weg. Nach den abgeschlossenen Untersuchungen durfte ich nach Hause, die Wohnungstür blieb offen, so konnte ein nebenan wohnender Teamkollege immer nach mir sehen.
Was passiert weiter?
Raffl: Meine Gesundheit ist das Wichtigste, da wird Eishockey zur Nebensache, alle kümmern sich toll um mich. Ich werde auf gar keinen Fall zu früh anfangen, darf nichts übertreiben, sonst gibt es Probleme, und man hat bekanntlich nur einen Kopf. Es ist Gott sei Dank meine erste Gehirnerschütterung, ich hatte bisher noch nie eine Kopfverletzung.
Wie sieht der Comeback-Fahrplan aus?
Raffl: Das kann ich nicht genau sagen, als erstes muss ich einmal für 24 Stunden frei von Symptomen sein, dann kann ich mit leichtem Konditionstraining starten.
Wo wird die Verletzung auskuriert?
Raffl: Ich denke, dass ich in Schweden bleiben werde. Sollte ich über längere Zeit gar nichts tun können, überlege ich mir, ein paar Tage in Villach abzuschalten.
Bruder Michael ist mit Kieferbruch ausgefallen, jetzt du mit Gehirnerschütterung. Da machen sich wohl auch eure Eltern Sorgen?
Raffl: Natürlich sind sie besorgt. Aber, dass es uns beide erwischt hat, ist Pech.
(Kärntner Tageszeitung)